Hamburger Dom
Seit dem 16. Jahrhundert boten rings um den Mariendom, der südlich der Petrikirche stand, die Händler und Handwerker ihre Waren an. Aber auch Quacksalber und Gaukler fanden rings um die heiligen Hallen ihr Publikum und bei schlechtem Wetter auch innerhalb des Doms. 1803 ließ Napoleon den Dom säkularisieren – 1804 wurde er abgerissen.
Seither versuchten die Händler ihr Glück an unterschiedlichen Plätzen der Stadt, am Pferdemarkt und am Gänsemarkt zum Beispiel, vor allem aber am Zeughausmarkt und am Großneumarkt.
Jahrzehnte lang funktioniert das ganz gut, als sich Hamburg aber Ende des 19.Jahrhunderts zur modernen Großstadt entwickelt und der innerstädtische Verkehr ständig zunimmt, stehen die Buden der neuen Zeit dann aber oft im wörtlichen Sinne im Weg. Deshalb weichen die Schausteller seit den 1880er-Jahren nach und nach dorthin aus, wo es genug Platz gibt: aufs Heiligengeistfeld. Im Jahr 1893 wird ihnen dann der Platz offiziell zugewiesen. Und weil man sich noch immer an die Zeiten erinnert, als der Markt noch um und in der Domkirche veranstaltet wurde, bleibt der Name erhalten. Dabei ist es bis heute geblieben, längst hat die Bezeichnung ein Eigenleben gewonnen, denn in Hamburg verbindet man mit dem Dom zuerst eben keine Bischofskirche mehr, sondern den Jahrmarkt.
© HafenNews Hamburg / D01SY