Seit bereits 50 Jahren leistet der Hamburger Sturmflutwarndienst (WADI) einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Menschen Unternehmen und Infrastruktur der Hansestadt. Anlässlich seines Jubiläums wurde die Arbeit des WADI im Rahmen einer Feierstunde im neuen Gebäude der Hamburg Port Authority (HPA) am Strandkai gewürdigt. Zu den Gästen zählten neben Hamburgs Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard, Helge Heegewaldt, Präsident des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), und Jens Meier, CEO der HPA, auch viele ehemalige Mitarbeitende der ersten Jahre, wie Dr. Christiansen, einer der Entwickler des Vorhersageverfahrens, das die Grundlage für die Arbeit des Warndienstes bildet.
Die Geschichte des WADI ist eng mit der schweren Sturmflut vom Januar 1976 verknüpft. Damals wurde am Pegel „St. Pauli“ ein Wasserstand von 6,45 m über Normalhöhennull (NHN) erreicht. Die Sturmflut verursachte erhebliche Schäden im Hamburger Hafen. Mehr als 300 Unternehmen waren betroffen und die Gesamtschadenssumme belief sich auf rund 750 Millionen D-Mark. Als Konsequenz setzte der Hamburger Senat eine Flutkommission ein, die unter anderem den Aufbau eines eigenen Sturmflutvorhersage- und Warndienstes für Hamburg sowie den Ausbau des privaten Hochwasserschutzes empfahl.
Im Oktober 1976 nahm der Hamburger Sturmflutwarndienst offiziell seine Arbeit auf. Seitdem erstellt der WADI Sturmflutvorhersagen für Hamburg und gibt immer dann Warnungen heraus, wenn Wasserstände von mehr als 4,50 m NHN am Pegel „St. Pauli“ erwartet werden.
Im Sturmflutfall werden Wasserstands- und Winddaten unter anderem von den Pegeln „Borkum“ und „Cuxhaven“ sowie von den Windmessstationen „Scharhörn“ und „Neuwerk“ herangezogen. Auf dieser Grundlage erstellt der WADI dann mittels eines empirisch-statistischen Verfahrens seine Vorhersagen für Hamburg. Die Prognosen erreichen durchschnittlich eine Genauigkeit von rund 20 Zentimetern beim Wasserstand und etwa 20 Minuten bei der Eintrittszeit. Im Einsatzfall werden sie alle 30 Minuten aktualisiert.
Die Vorhersagen sind eine wichtige Grundlage für das Handeln der Katastrophendienststäbe, von Polizei und Feuerwehr sowie weiterer Behörden und auch für den Schutz der Hafenpolder. Dabei arbeitet der WADI eng mit dem BSH zusammen, das die Sturmflutvorhersagen für die gesamte deutsche Küste und die Tideflüsse erstellt. Während das BSH die überregionale Lage im Blick hat, konzentriert sich der WADI vor allem auf die spezifischen Bedingungen in Hamburg.
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