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Hoch über den Dächern Hamburgs erklingt täglich ein besonderer Gruß: Die Micheltürmer spielen vom Turm der Hauptkirche St. Michaelis traditionelle Choräle in alle vier Himmelsrichtungen. Eine Hamburger Tradition, die seit mehr als 300 Jahren gepflegt wird.
Ein Amt mit langer Geschichte
Der Brauch geht auf die Zeit der Reformation zurück. Früher signalisierten die Trompetenklänge die Öffnung und Schließung der Hamburger Stadttore. Mit der Aufhebung der Torsperre am 1. Januar 1861 verlor das Trompetenspiel seine ursprüngliche Funktion – blieb aber als Tradition erhalten.
279 Stufen bis zum
Türmerboden. Die Türmer steigen bis zum siebten Boden des Michel-Turms hinauf. Dort spielen sie jeweils eine Strophe eines Chorals aus geöffneten Fenstern. Die Melodien sind überwiegend evangelische Kirchenlieder aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Die Spielzeiten:
• Montag bis Samstag: 10 und 21 Uhr
• Sonn- und Feiertage: 12 Uhr.
Zwei Menschen, eine Tradition
Josef Thöne versieht den Dienst bereits seit 1992. Seit 2025 teilt er sich das Amt mit Neele Laudien, die als erste Frau diese traditionsreiche Aufgabe übernommen hat.
Die Micheltürmer erinnern mit ihren Trompetenklängen daran, dass Hamburg nicht nur eine Stadt der Schiffe und des Hafens, sondern auch eine Stadt lebendiger Traditionen ist.
©HafenNews Hamburg
