Kein Krieg, kein Hochwasser, keine Bauwut konnte dem schiefen Backsteinhäuschen etwas anhaben. Stoisch steht die kleine Oberhafenkantine da, wie ein auf der Kaimauer gestrandeter Kahn. Dabei schwappte die Elbe schon bis zur Unterkante ihrer Theke. Nicht einmal die Herrscher eines mächtigen Logistik-Konzerns namens Deutsche Bahn konnten das Häuschen bei der Verbreiterung ihrer Brücke aus dem Weg räumen.
Seit 1925 gibt es in der Oberhafenkantine an 365 Tagen im Jahr Kaffee und Frikadellen. Im gleichen Jahr wurde das Chilehaus mit Millionen von Backsteinen erbaut. Es heißt, dass dabei auch einige Ziegelsteine den Weg in die neue Kantine fanden. Von mehr als 20 Kaffeeklappen, die es einst im Hamburger Hafen gab, ist es die letzte. Und wenn sie noch nicht umgekippt ist, dann steht sie da noch heute.
© HafenNews Hamburg